Freitag, 26. Dezember 2025

Der Pulverkopp weiß es





Der Korbacher Nachtwächter weiß etwas:


Der Nachtwächter in der nordhessischen Stadt Korbach kennt offenbar meinen Roman „Der Pulverkopp“ bei Amazon und Thalia.


Inhalt:
„Aus der Fußgängerzone einer nordhessischen Kleinstadt wird die große Bronzestatue eines historischen Nachtwächters gestohlen. Ein Schrotthändler vom Balkan wird tot aufgefunden. Die Polizei ermittelt wegen Mordes und gegen Tatverdächtige des organisierten...“

Samstag, 13. Dezember 2025

Wim Wenders über Amerika

 

Foto: Sauerkraut Factory, Wim Wenders

Gestern war ich in der Bundeskunsthalle in Bonn. Ich besuchte  die Ausstellung über den Fotografen und Filmemacher Wim Wenders.

Mir fiel der folgende Text vonWenders auf, der seine Abkehr von Amerika beschreibt:

Schon früh wurde Wim Wenders von Amerika

beeinflusst. Er mochte Musik, Western und Krimis aus den USA. Das Land stand für Freiheit und große Träume.(…) Dort erlebt er, dass Hollywood eine Filmindustrie ist. Das gefällt ihm nicht. (…)

Wenders merkt, dass der amerikanische Traum erfunden und künstlich ist. Vielen geht es nur um sich selbst und ums Geld.

Wim Wenders' Filme ändern sich. Sie zweifeln an den USA. In DAS ENDE DER GEWALT und in LAND OF PLENTY geht es um Überwachung und Krieg. Das Verhältnis zu Amerika ist schwieriger geworden.



(Die beiden Fotos und den Text habe ich in der Bundeskunsthalle Bonn kopiert und übernommen.)


Freitag, 12. Dezember 2025

BSV Roleber spielt 2:0

 


2:0 für BSV Roleber am zweiten Advent.

BSV Roleber hat Sonntag den Listenbesten (Bornheim) mit 2:0 besiegt.

Ich stand im Nieselregen hinter dem Tor. 



Samstag, 6. Dezember 2025

Weihnachtsmarkt an der Holzlarer Mühle.


Weihnachtsmarkt an der Holzlarer Mühle.

Heute, am 6. Dezember 2025, ist Nikolaustag, und gegen Mittag hat der Weihnachtsmarkt im Bonner Stadtteil Holzlar seine Pforten geöffnet. Ein schön gemaltes Plakat sagt fast mehr als alle Worte. Gestern war Vollmond, heute kommt der Nikolaus und beglückt die Kinder in der Nähe der historischen Mühle von Holzlar. 

Ein kleiner Weg führt von der Hauptstraße vorbei an Verkaufsständen. die von Bürgern und lokalen Vereinen aufgestellt wurden. Man hat den Eindruck: hier ist alles echt. Es gibt viel selbst Gebasteltes, Gehäkeltes und Gestricktes sowie Selbstgebranntes. Den zertifizierten Bio-Honig nicht zu vergessen.  Rheinischer Kesselkuchen, Punsch, Tee, Kaffee, Waffeln, Würstchen vom Grill und schmackhafte  Suppen. Da ist für jeden etwas dabei.

Ich trinke am Stand des Bürgervereins Roleber Gielgen eine Tasse Kaffee und höre, wie zwei Nachbarn sich über das Wohlbefinden ihrer Schildkröten austauschen. Sie sind jetzt in der Winterstarre, lagern im Kühlen, eine sogar in einem speziell hergerichteten Kühlschrank, bis sie im Frühjahr wieder im Garten herumkriechen werden. Wir dagegen haben keine Winterstarre, sondern Adventszeit.

Ich freue mich über den Stand von Amnesty International. Ich spreche auch mit einer Kinderbuchautorin und erwerbe zwei ihrer schön illustrierten Bücher.

Die Gespräche und das rege Besuchertreiben werden unterbrochen von stimmungsvollen Einlagen: ein Posaunenchor spielt Weihnachtslieder, ein Kinderchor singt, und schließlich kommt der Nikolaus  und verteilt Geschenke an die Kinder.

Mein Fazit: Hier stimmt alles, hier ist alles echt. So erfreuen wir in uns in der schönen Adventszeit in unserem Stadtteil Holzlar

Für alle, die alles  genau wissen wollen, empfehle ich die Hinweistafel der Organisatoren:



Montag, 24. November 2025

Konzert in Evang. Kirche Oberkassel

 


Ein sehr schönes Konzert erlebte ich gestern in der Evangelischen Kirche in Oberkassel. Es erklang. Die Kantate „Wacht auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach und das Requiem Opus 48 von Gabriel Fauré. Die Sopranistin war Sonja Wehmeier aus Bonn.  Etwa 45 Sänger der Kantorei der evangelischen Kirche standen auf der Bühne. Gerade am am Samstag hatte ich zufällig zwei Sänger getroffen und erfahren, dass sie an diesem Tag 4 Stunden lang geprobt hatten. Das Konzert stand unter der Leitung von Stephanie Ingenhaag. Neben der Sopranistin waren zwei weitere professionelle Solisten Mitwirkende: Joachim Streckfuß, Tenor und Richard Stojanović, Bariton. Es spielte das Projektorchester.

Donnerstag, 13. November 2025



Heute wurde in Siegburg auf dem Marktplatz der Weihnachtsbaum aufgestellt. Erst baumelte er am Kran, dann wurde er in ein Loch ins Pflaster gesenkt und darin festgemacht. 

Guck mal, mit welcher Methode der Arbeiter den Baum genau in die Senkrechte bekommt! Er peilt über seinen Zollstock - und es hat geklappt. Der Baum steht kerzengerade. Eine schöne Friedensbotschaft. Jetzt kann Weihnachten kommen.

Dabei muss ich an den heutigen Beschluss des Deutsche Bundestags zur Sicherung des Friedens denken.  Ein erster Schritt zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Der SPD-Verteidigungsminister will Deutschland wieder „kriegstüchtig“ machen, so hat er das gesagt. Da will sich die Evangelische Kirche nicht lumpen lassen und hat eine Friedensdenkschrift verfasst. Den Frieden mit Waffen sichern, auch atomar. So kann man die Denkschrift lesen.Dazu passt das Hintergrund-Motiv meines Fotos: die Siegesgöttin Victoria steht über dem Spruch „Gott war mit uns“. Das war im Krieg von 1870/71.   Seitdem gab es nur Niederlagen und viele Millionen Tote. Totalversagen von Staat, Militär und Kirchen.

Zum Glück bleibt uns immer die Hoffnung auf Frieden.. In Siegburg ist der Baum aufgestellt. Weihnachten kann kommen.

Dienstag, 11. November 2025

Schläge mit der Justiz

 


Der Graffiti-Künstler Banksy zeigt, wie die britische Justiz auf Migranten einschlägt. Aktuell schlägt der US Präsident mit der Justizkeule auf die britische Presse. (BBC Reportage). Meinungsfreiheit, Pressefreiheit!

Samstag, 18. Oktober 2025

Schöner Tag

 


Machen wir uns doch mal einen schönen Tag und fahren mit Bus und Bahn nach Köln und besuchen den Dom! Erst mit dem Bus, dann mit der Stadtbahn und von Siegburg mit dem Regionalexress. Normalerweise dauert die Reise nur eine gute Stunde.

Heute heißt es bahn- typisch mehrmals: „Bitte entschuldigen Sie die Verspätung.“ Kein Problem, das kennen wir und sind darauf eingestellt. Aber als wir in Siegburg im Regionalexpress sitzen und erfahren, dass wegen eines Stellwerkproblems der Zug  überhaupt nicht über Messe-Deutz und Hauptbahnhof fährt, sondern südlich an Köln vorbei in den Vorort Ehrenfeld, sind wir erstaunt. 

Nach einer Weile hält der Zug in Köln Süd, und viele Fahrgäste gehen zu den Türen. Aber es wird angesagt, dass es ein unplanmäßiger Halt sei. Kein Ausstieg möglich.

Weiter geht die Fahrt. Ehrenfeld müsste doch längst schon gekommen sein, denken wir und hören den Zugführer ansagen: „Meine Damen und Herren, Sie werden es bemerkt haben, wir haben leider nicht in Ehrenfeld angehalten. Bitte entschuldigen Sie das Versehen. Der nächste Halt ist Horrem“. 

In Horrem warten wir auf dem Bahnsteig eine halbe Stunde auf den Zug nach Köln, der uns schließlich dort zum Hauptbahnhof bringt. Unsere Fahrt hat mehr als doppelt so lange Zeit benötigt wie normal. 

Und wie klappte am Abend die Rückreise?

Es ging mit dem Regionalzug nach Koblenz, laut Plan auf Gleis 9. 

Wir warten im großen Gedränge, Verspätung, Da wird der Zug angesagt: „Heute auf Gleis 8.“ Die Fahrgäste, die die Ansage verstanden haben, drehen sich sofort um und eilen zum gegenüberliegenden Gleis 8. Der Zug kommt, Einstieg, es ist rappelvoll und wir bekommen zunächst keinen Sitzplatz. Dann warten wir lange auf die Abfahrt. 

Endlich kommt eine Durchsage :“Meine Damen und Herren, ich kann leider keine Telefonverbindung bekommen zur Fahrdienstleitung. Wir müssen noch warten, bis die Ausfahrt freigegeben wird.“ 

Endlich kommt noch einmal eine Durchsage: „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass die Strecke noch nicht freigegeben werden kann. Der Fahrdienstleiter sagt, ein leerer Zug stünde auf der Strecke. Niemand wisse, wo das Personal sei.“

Später an den Haltestellen kommt es immer wieder zu kleinen Verzögerungen, weil die Fahrgäste unvernünftigerweise in den Türschranken stehen bleiben und mehrmals per Durchsage aufgefordert werden müssen, die Türen freizugeben, sonst könne der Zug nicht losfahren

Was für ein schöner Tag mit der Bahn



Mittwoch, 15. Oktober 2025

Vom Krieg zerstörtes Dorf


淮村兵后
Ein Pfirsichbäumchen blüht verlassen

Nach dem Krieg in Gaza

Jeder hat die schrecklichen Bilder von Gaza im Kopf: Wir erinnern uns an ähnliche Bilder, die nach der Lektüre von eindrucksvollen Textstellen großer Schriftsteller wie Tolstoi oder Ernst Jünger oder Erich Maria Remarque haften blieben, zum Beispiel:

“Auf der einsamen Höhe am Wege nach Ransart lag eine Ruine,(…) ein Pfirsichbäumchen, das seiner stützenden Mauer beraubt ist und hilfesuchend seine Arme ausstreckt, in den Ställen die noch an der Kette hängenden Skelette der Haustiere, im verwüsteten Garten Gräber, dazwischen grünend, tief im Unkraut versteckt, Zwiebeln, Wermut, Rhabarber und Narzissen, auf den benachbarten Feldern Getreidediemen, auf deren Dächern schon die Körner wuchern; all das durchzogen von einem halbverschütteten Laufgraben, umgeben vom Geruch des Brandes und der Verwesung. Traurige Gedanken beschleichen den Krieger, dessen Fuß auf den Trümmern einer solchen Stätte ruht, wenn er derer gedenkt, die noch vor kurzem hier friedlich lebten.” (Ernst Jünger, In Stahlgewittern, Projekt Gutenberg)

Das folgende  chinesische Gedicht stammt von Dai Fu Gu (1167 - 1248, südliche Song-Dynastie) und beschreibt die trostlose Szene eines durch Krieg zerstörten Dorfes. Es wird noch heute in China gelesen und auswendig gelernt.

淮村兵后 - Vom Krieg zerstörtes Gebiet 

小桃无主自开花,

Ein Pfirsichbäumchen blüht verlassen,

烟草茫茫带晚鸦。

über gelbbraun weitem Land fliegen am Abend Raben.

几处败垣围故井,

Ein paar verkohlte Mauerreste des alten Brunnens

向来一一是人家。

sind da, wo einst mal Menschen wohnten.

Freitag, 10. Oktober 2025

Rückkehr des Friedens

 

"Die Rückkehr des Friedens", ein allegorisches Barockgemälde aus dem 17. Jahrhundert von Rubens-Schüler Theodoor van Thulden, ist vorübergehend in Trier zu sehen. Ich war gestern dort im Landesmuseum, in der Ausstellung zu dem römischen Kaiser Marc Aurel. Das Bild soll in der Ausstellung verdeutlichen, wie stark Marc Aurels Lehre vom guten Herrschen über die Zeiten wirkte.Diese Lehre gilt bis heute zur Rechtfertigung autokratischer Macht. Der Politiker als Feldherr und Friedensbringer zugleich oder der Gewaltherrscher als Wohltäter des Staates und als Friedensfürst. 

Das Bild zeigt, wie sich die Gerechtigkeit (mit dem Schwert) und der Frieden (mit dem Füllhorn des guten und reichen Lebens) vereinigen, während Engel die Waffen vernichten.

Die Ausstellung dürfte eine wahre Inspiration für alle zukünftigen Friedensnobelpreisträger sein. Selbst Touristen aus den USA sollte sie gefallen, wenn nicht das Gemälde des Holländers, dann aber gewiss die Kaiserstatue von Marc Aurel, zu dessenHerrschaftsgebiet sogar die heute russisch besetzte Krim gehörte.

 

Sonntag, 5. Oktober 2025

Ein Aus für Laubbläser


 
(Foto KI erzeugt)

Aus der Schweiz kam dieser Tage die Nachricht, dass das Volk der Stadt Zürich in einer Abstimmung beschlossen hat, Laubbläser mit Verbrenner-Motor ab sofort zu verbieten.

Vor drei Jahren enthielt mein Herbst-Gedicht bereits eine Vorahnung. Deshalb soll es hier auszugsweise noch einmal erscheinen. Vielleicht kann es den ein oder anderen Leser erfreuen.


Das Herbstlaub fällt von hohen Bäumen

am Stadtrand wo der Spielplatz ruft;

mit Sand und Grün und sanften Hügeln.

Da kommt das Team vom Bauhof an:

Zwei Männer schwingen lange Rohre,

wie Flammenwerfer, doch es sind nur Bläser.

Statt Wanderrucksack knattern laut Motoren.

Die Männer hören nichts, dank Schutz der Ohren.

Nicht saugen, blasen müssen sie. Sie pusten alles weg.

Das bunte Laub, es tanzen fahle Blätter,

die gerne Dünger würden sein.

Aufgewirbelt, weggeblasen ist das Mikroleben

mit Viren, Wurm und heimischen Bakterien.

Staubgewirbel, Abgaswolken, du musst niesen.

/

Vergiss es, denn ein Mann hat Spaß.

Mit seinem Traktor – rasenmähergleich

düst er über die sanften Hügel.

Das ist der Sauger, der das Laub verschluckt.

Übrig bleibt, maschinenrein, der Spielplatzsand

und in der Fläche grünes Gras.


Donnerstag, 25. September 2025

Affenschaukel





Als ich gestern mit meinem Fahrrad in Bad Honnef einen kurzen Halt machte, um mich an einem Fassadengemälde zu erfreuen, das einen lustigen Affen auf einer Seilschaukel zeigt, brummt mein Smartphone. Ein Freund postet. Bericht von „Der Postillon“ über die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York:

Verwirrter alter Mann stürmt UN-Podium und pöbelt eine Stunde lang herum (…)
So bezeichnete er den Klimawandel als "den größten Betrug aller Zeiten" und behauptete, "Klimaschützer wollten alle Kühe töten". Dann wieder prahlte er, er habe im Alleingang sieben Kriege beendet und erfreue sich größter Beliebtheit.“

Zum Glück zeigt das Fassadengemälde auch eine Eule, das Symbol für Vernunft und Wissen. Sie sitzt über dem Affen und lässt sich nicht verschaukeln.



Samstag, 6. September 2025

Ein Künstler in der Welt - Un artista en el mundo

Berlin, Prenzlauer Berg, und da steht der argentinische Künstler in seiner Galerie. Er ist um die ganze Welt gereist, hat in Trier Grafikdesign studiert und ist zu Recht stolz auf seine Bilder.  Sie sind farbenfroh, teils etwas kantig, was darauf hinweist, dass er der bekannten Moderne folgt. Mit Humor weist er über das Bekannte hinaus.



Donnerstag, 28. August 2025

Ein bisschen Ästhetik für die Deutsche Bahn

Es gibt Vieles bei der Deutschen Bahn, was besser gemacht werden muss. Deshalb hat es auf höchster Ebene einen Personalwechsel gegeben. Aber wird man in Zukunft auch den kleinen Aspekt der Ästhetik in den Zügen in den Blick bekommen?

Auf meiner jüngsten Fahrt mit der Hessenbahn fiel mir auf, dass die Abfallbehälter offenbar zum Zweck der leichten Entsorgung mit auffälligen Plastiktüten versehen waren.

Auf welcher Führungsebene der deutschen Bahn gibt es Menschen, denen es vor dieser Art von Ästhetik nicht graut? Das Design der Regionalexpress-Züge ist eigentlich ganz schön, man würde zufrieden und komfortabel reisen, wenn es die üblichen Handikaps wie Verspätungen und so weiter nicht gäbe.


Aber wo auf der Welt gibt es moderne, schöne Züge mit einer derartigen Verunstaltung der Abfallbehälter?

Sonntag, 20. Juli 2025

Umleitung nach Sinzig

Ich radele am Rhein und ich komme wegen einer Umleitung, die man vergessen hat wegzunehmen, nach Sinzig an der Ahrmündung.

Nach einer ersten historischen Orientierung ist mir klar, dass ich mich auf der Strecke der Via Regia, dem Königsweg von Frankfurt nach Aachen befinde. In Sinzig gab es im Hochmittelalter eine Kaiserpfalz, wo die Könige auf dem Weg zur Krönung nach Aachen übernachten konnten.
 
Die kleine Stadt war von der Flutkatastrophe an der Ahr schwer betroffen gewesen, die Brücke über die Ahr war damals zerstört. Jetzt ist sie wieder hergestellt und die Umleitung der Fahrradfahrer ist eigentlich überflüssig. Der Ort nennt sich stolz Barbarossa-Stadt, weil einst Friedrich Barbarossa hier weilte. 

Auf meinem Bummel durch die Innenstadt sehe ich hier und da einen Leerstand, gehe vorbei an den üblichen neuen Läden, wie sie heutzutage von Migranten betrieben werden -Tattoo- und Nagelstudios, Barbershop, Döner-Imbiss und türkischer Gemüseladen - und ich lande in einer kleinen familiengeführten deutschen Bäckerei, die ihr Angebot eines frischen Pflaumenkuchens mit Kreide angeschrieben hatte.
Ich genieße am Stehtisch einen Kaffee und ein Stück des leckeren Hefekuchens mit Zwetschge, den ich aus meiner Kindheit kenne. Und ich komme mit einem Gast am Nachbartisch ins Gespräch.

Herr Schmitz, offenbar ein Rentner, erzählt  mir aus seiner Zeit als Brandschutzberater.
Wir sprechen über das traditionelle Brot der Bäcker, die noch mit dem Steinofen backen. Er fragt, ob ich die Ofenkaule kennen würde, einen Ort im Siebengebirge, zwischen dem Drachenfels und dem Petersberg, nicht weit von Königswinter. Als ich verneinte, erzählt er:

„Ich gehörte damals in den achtziger Jahren einer Gruppe von CB Funkamateuren an. Wir wollten etwas erleben und erkunden, und beschlossen, an der Ofenkaule in den Berg hineinzusteigen. Es gab dort ein Stollensystem aus der Zeit, als man im Berg Steine für den Ofenherstellung in Königswinter abbaute. Im Zweiten Weltkrieg wurde dort von der Rüstungsindustrie ein Aggregat für die Luftwaffe montiert. Gegen Kriegsende diente das Stollensystem den Bewohnern von Königswinter als Luftschutzraum.
Unser Abenteuer wurde den Behörden bekannt. Gegen Mitternacht stand eine Sondereinsatzgruppe der Polizei am Eingang und wollte uns festnehmen. Sie beschuldigten uns, für die RAF-Terrorvereinugung Waffen zu verstecken. Zum Glück stellte sich später alles als harmlos heraus, weil wir ja nur abenteuerlustige CB-Funker waren.“

Er fügt noch hinzu, dass die Höhle jetzt für Unbefugte nicht mehr betretbar sei. Sie sei zugemauert und habe nur noch Schlitze für den Ein- und Ausflug der Fledermäuse, die jetzt im Berg wohnen.

Zurück nach Bonn fahre ich mit der Regionalbahn im praktischen Mitnahmeabteil für Fahrräder. Das war eine schöne Umleitung.




Dienstag, 1. Juli 2025

Messer schleifen und schärfen

      


  
In der Presse war kürzlich zu lesen, dass der Frankfurter GastronomYung mit einer besonderen Fertigkeit ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wird.    Er ist ein aus China zugewanderter Koch, der Weltmeister im Zerteilen einer Peking-Ente wurde. Es gelang ihm, eine Peking–Ente in nur 2 Minuten und 45,52 Sekunden fachgerecht zu tranchieren. 

Da wir uns in der derzeitigen politischen Debatte  sehr stark für den Umgang mit Messern interessieren und dabei die Messerschleifer im Blick haben. die für das Schärfen von Hieb- und Stichwerkzeugen verantwortlich sind, entstand der folgende poetische Beitrag zum Thema.
 

Chefkoch Yung mit viel Geschick

schneidet Fleisch vom Bratenstück.

Jedes Mal mit Kunst tranchiert

wird es schön dem Gast serviert.

Aber diese Meisterschaft

hat nicht die geringste Kraft,

wenn der Schliff dem Stahle fehlt 

und die Klinge wird gequält.

 Dann nützt kein Putzen mit viel Eifer,

 scharf macht sie nur

 der Messerschleifer.


Foto: Handgeschmiedete Messer aus Vietnam auf dem Hackesche Markt in Berlin

(Aus: Der Bartenwetzer, copyright g.miklitz 2025)

Donnerstag, 29. Mai 2025

Eine gute Idee der Deutschen Bahn?

Ach du, mein lieber Bollerwagen,


heute ist Vatertag. Ich sitze im Nahverkehrszug RE 27 nach Koblenz, weil wir den Vatertag als kleinen Ausflug an die Mosel gestalten. 

Bei der Bahn gibt es bekanntlich immer etwas zu erleben.

Unser Zug kam pünktlich, alles in bester Ordnung, sogar das Handy kann über einen Stecker geladen werden. 

Ich serviere mir einen Kaffee aus meiner Thermoskanne, wische den Becher mit einem Papiertaschentuch ab - und schwupp, das Taschentuch ist zu entsorgen im kleinen Abfallbehälter am Fenster. 

Oh, was ist denn das? Das Taschentuch liegt auf dem Boden? Naja, ein alter Tatterich wirft schon mal das Tuch daneben! 

Noch einmal, Klappe des Behälters auf, Taschentuch rein. Wieder liegt es unten auf dem Boden. 

Da gucken wir doch mal nach.  Klappe auf,  ein Blick in den Abfalleimer: siehe da, die Deutsche Bahn überrascht uns mit einem Abfalleimer ohne Boden.

Gute Idee am Vatertag - oder? Haha.

Donnerstag, 1. Mai 2025

Arbeit im Ahrtal: 24/7


Am Sonntag war ich in Altenahr zum Mittagessen.

Dort hatte ich vor einem Jahr eine kleine Wanderung zum Teufelsloch gemacht. Aber diesmal schaute ich vom Tal aus, von der Terrasse des Hotel-Restaurants Ruland nach oben zur Felsen-Spitze.

Der Blick geht hier in diesem engen Tal nicht weit; unten fließt die Ahr, und dann sieht man schon die Baustelle. Die Trasse der Ahrtal-Bahn wird neu gebaut. Auch am Sonntag. Die Dieselmotoren von zwei hohen Kränen lärmen zu uns herüber. Was für ein Spektakel! Ganz oben am Ende der Kräne stehen Arbeiter und werkeln an einem Stahldrahtnetz, das die neue Trasse vor herunterstürzenden Felsbrocken oder Bäumen schützen wird.

Der Kran links ist deutlich größer als der rechts daneben. Der linke Kran Ist blau, der kleinere schwarz. Unten ist der Motor, wie ein Sockel des Krans. Ich fotografiere und sage: „Das geht aber voran, selbst am Sonntag wird gearbeitet!“

Einer der Gäste am Tisch vor mir sagt: „Ja, voran geht’s. 24-7.“

Einer anderer sagt: „Der Kran links, der größere, das ist die AfD. Rechts der Kran, schwarz und mit rotem Sockel, das ist die neue Koalition aus CDU und SPD.“

Ich verstehe. 24 Stunden am Tag und sieben mal in der Woche wird hier gearbeitet. So wollen Sie das Land wieder fit machen.

“Hahaha. Sag mir, was die Stahlnetze bedeuten!“ 

Ende der Vorstellung.