Freitag, 4. September 2026

Ein Fest am Weiher


Heisterbacherrott, ein Stadtteil von Königswinter bei Bonn, hat einen schönen Weiher. Er gehört zu einer kleinen städtischen Parkanlage neben einem ehemaligen Gutshaus. (Heute das Haus Schlesien mit Museum zur Erinnerung an die Vertreibung von Millionen Deutscher nach 1946.) Am Sonntag radelte ich direkt auf das Parkgelände zu. Blasmusik erklang, und das Bierzelt füllte sich allmählich. Kinder tobten auf einer Hüpfburg oder drehten verzaubert ihre Runden auf einem kleinen Karussell. Zwei Einsatzfahrzeuge – eines der Freiwilligen Feuerwehr, das andere vom Technischen Hilfswerk – präsentierten ihre Ausrüstung. Außerdem versorgten sie eine Pumpe im Weiher mit Energie, sodass eine prächtige Fontäne in den Himmel stieg. Dahinter bummelten Familien über einen Flohmarkt.

Für Speisen und Getränke sorgten die örtlichen Vereine – alles ehrenamtlich. Zur Deckung der Kosten werden an einer zentralen Kasse Wertbons verkauft.

Ich kaufte Bons im Wert von zehn Euro und erhielt dafür genau Folgendes: eine Bratwurst mit Brötchen, ein kleines Bier (0,2 Liter), ein Stück Mohnkuchen und eine Tasse Kaffee.

Die Blasmusik spielte  fast ohne Pause.  Ein Fest der Vereine für jung und alt, das Freude machte. Das Weiherfest in Heisterbacherrott.


Donnerstag, 27. August 2026

Mitten im Wald: Kaputt!

 


Die Bonner Gruppe des ADFC lädt dienstags zu Tagestouren ein. Wir waren 30 Teilnehmer mehrheitlich Ü 70. Die meisten haben ein E-Bike. Die Fahrt ging durchs Siegtal nach Troisdorf, ein Stück entlang der Agger und dann durch die Wahner Heide.

Mitten im Wald passierte es: ich fuhr über einen Ast. Der sprang hoch, Schlug in die Speichen des Hinterrad und zerbrach das Schalt-Auge der Kettenschaltung, sodass die Mechanik am Hinterrad samt Fahrradkette herunterbaumelte. Ende der Fahrt. Ein freundlicher Kamerad zog mich ein Stück mit, während ich auf meinem Rad ohne Antrieb saß. Dann: Schieben bis zur Autostraße in der Nähe. 

In einer Parkbucht habe ich das Fahrrad angeschlossen. Da hält ein Wagen und nimmt mich mit bis nach Köln-Wahn zum Gasthaus Helenenhof.  Die Gruppe ist schon da, das Essen wird gerade bestellt. Wir  genießen das Essen auf der Terrasse des schönen Lokals am Waldrand.

Für mich ist der Ausflug zu Ende. Mein Sohn holt mich mit meinem defekten Fahrrad ab. Wir nehmen das Vorderrad heraus und packen es in den Kofferraum unseres kleinen E-Autos.

Trotz Panne hatte ich einen schönen Ausflug erlebt. Die Tour war gut geführt, die Menschen waren freundlich, gesprächig, offen und hilfsbereit. Freuen wir uns auf eine der nächsten Dienstagstouren!



Dienstag, 18. August 2026

Nach Heiligendamm

 


Ein Urlaub an der Ostsee in Warnemünde muss natürlich auch einen Besuch des alten Seebades Heiligendamm enthalten.

Das Grand Hotel Heiligendamm liegt direkt am Strand. In diesem Hotel fand bekanntlich im Jahre 2007 unter der Präsidentschaft der damaligen Bundeskanzlerin Merkel der G8 Gipfel statt. Damals noch mit der Teilnahme des russischen Präsidenten Putin.

15 000 Polizisten und Soldaten der Bundeswehr und ein gewaltiger Absperrzaun schützten die Teilnehmer vor protestierenden Globalisierungskritikern.

Von den verhandelten Themen mit etwas vagen Ergebnissen zu den Punkten

a) Schutz des Klimas

b) Entwicklungshilfe für Afrika und

c) Verantwortung fürSicherheit in der Welt

ist auf der weltpolitischen Bühne heute nur wenig übrig geblieben.

Eine Freude für die Touristen ist die nostalgische Kleinbahn „Molly“, die ganz spektakulär mit Dampflok aus dem nahegelegenen Bad Doberan angepustet kommt. Die Einheimischen wissen, dass die vakante Stelle des Heizers nur mit einer Fachkraft aus Indien besetzt werden konnte 
Das nachfolgende Video sollte für alle Eisenbahnfreunde ein Genuss sein, vor allem der Sound, der nach dem typischen Getöse der Dampflok in das Rattern der einlaufenden Waggons übergeht und allmählich immer schwächer wird.


es

Donnerstag, 13. August 2026

Sonnenfinsternis 2026

 

Wir haben die Sonnenfinsternis 2026 in Bonn erlebt, und zwar auf der rechten Rheinseite am Stadtrand von Beuel. An einer geeigneten Stelle mit freiem Blick über das Feld und über die Stadt nach Westen hatten sich viele Menschen versammelt. Einige machten Picknick, einige lagerten einfach auf Decken. Viele hatten Campingstühle mitgebracht. Bei klarem Himmel und heißen, sommerlichen Temperaturen war das Ereignis für viele ein Fest. Ich beobachtete ein paar Menschen, die wie gebannt, mit Schutzbrillen versehen, das gesamte Himmelsschauspiel von Anfang bis Ende betrachteten und sich nicht von der Stelle rührten. Ein unwissender Beobachter hätte meinen können, hier finde eine Art Sonnenkult statt. Die untergehende Abendsonne warf lange Schatten, die an steinzeitliche Höhlenzeichnungen erinnerten



(Die Fotos sind privat und dürfen nicht verwertet werden)


Donnerstag, 6. August 2026

Frieden an der Ostsee

 

Auf meiner Reise an der Ostsee kam ich durch die alte Universitätsstadt Greifswald und durch Warnemünde.
Am Dom in Greifswald hängt das bekannte Friedensplakat mit dem Bibelwort „Schwerter zu Pflugscharen“. Und in Warnemünde kam ich mit Aktivisten der Friedensinitiative „Eine Million Stimmen für den Frieden“ ins Gespräch.
Unsere Regierung rüstet massiv auf und spricht von „Kriegstüchtigkeit“. Aktuelle Verletzungen des Völkerrechts durch die Hegemonialmacht USA und Israel seien „komplex“.
Bemerkenswert, dass es im Osten noch gegenläufige Stimmen:

Zitat:

„Machen wir Deutschland zum Friedens- und Diplomatieland Nr. 1 auf der Welt!

In einem ersten Schritt fordern wir:

Erstens, keine Lieferung von Geld, Waffen Und Rüstungsgütern in Kriegs- und Krisengebiete.

Zweitens, ein Verzicht auf die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland.

Drittens, keine Stationierung neuer und atomarer Mittelstreckenraketen in Deutschland. Alle Atomwaffen raus aus Deutschland.

Viertens, ein Verbot von Kriegsrhetorik und Kriegspropaganda in allen Presse- und Medienorganen, besonders aber in den öffentlich-rechtlichen Medien. Deutschland muss nicht „kriegstüchtig“ werden.

Fünftens, ein klares Nein, zu einer schuldenbasierten Aufrüstung und Kriegswirtschaft in unserem Land.

Sechstens, keine Agitations- Präsentations- und Werbearbeit der Bundeswehr an unseren Schulen.

Stimmen wir gemeinsam für den Frieden! Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?“  Ende des Zitats.


Samstag, 11. Juli 2026

Trainspotter



Auf meiner Radtour ging der Weg bei Linz am Rhein an der rechtsrheinischen, stark befahrenen Bahnstrecke entlang. Drei jugendliche Jungen hatten ihren Fotoapparat mit Stativ aufgebaut.

“Habt ihr hier eine Radarfalle“, fragte ich scherzhaft. Nein, sie pflegten das schöne Hobby des Trainspottings.

Es gibt viele verschiedene Typen von Zügen und Lokomotiven. Jeder vorbeifahrende Zug hat etwas Besonderes.Deshalb wird fotografiert, gefilmt und ins Internet hochgeladen.

Der niederländische Trainspotter Tim hat auf seinem YouTube- beziehungsweise Instagramkanal eine schöne Sammlung von Video-Clips ausgestellt. 

In unserer Zeit des flüchtigen Hinsehens und des oberflächlichen Wahrnehmens lohnt es sich, nach dem Prinzip der Achtsamkeit das Besondere zu suchen. Trainspotter Tim hat in seiner Sammlung auf den Pfeiftönen der Loks einen Schwerpunkt gelegt: Die Pfiffe der Loks.

Das ist wahrhaft eine Fundgrube für moderne Komponisten. Hier gibt es ungewöhnliches Tonmaterial aus der Alltagswelt. Wer weiß, wann ein Tonkünstler daraus seine besondere Sinfonie gestaltet?

Danke, Tim! Ich hatte meine besondere Freude beim Anschauen einiger historischer Dampfloks, weil sie mich an meine erste Fahrt mit der Eisenbahn in den fünfziger Jahren erinnerten.

Tip zum Googeln: Trainspotter_Tim



Sonntag, 5. Juli 2026

Mit dem Traktor


Auf der Kirmes in Niederholtorf gab es eine kleine Ausstellung von Oldtimer-Traktoren. Solche Traktoren aus deutscher Produktion, hier ein Fendt, 12 PS, aus dem Jahre 1954, lösten damals auf den Bauernhöfen die Kuh- und Pferdegespanne ab. Das habe ich auf dem Hof der Großeltern im nordhessischen Dehausen selbst erlebt. Bezeichnenderweise tragen die Fendt-Traktoren von damals die Markenbezeichnung „Dieselross“.

Übrigens, der heutige Fendt Standard Traktor hat 550 PS. Und das diesjährige Treffen für Fans der historischen Dieselrösser findet am kommenden Wochenende im Allgäu statt:

Fendt Dieselross-Treffen 
Samstag, 11. Juli 2026 
Fendt Forum, Micheletalweg 14 
87616 Marktoberdorf


Mittwoch, 1. Juli 2026

Durst wie eine Zicke

Bei diesen sommerlichen Temperaturen (Ende Juni 2026: bis 40 Grad C) gibt es großen Durst. Mit dem Elektrorad war ich, von Rottbitze kommend, im schönen Hallerbachtal zur Wied. 

Ein Radweg-Wegweiser lockte mich vom Navi weg auf eine Gebirgsstrecke, wo gerade ein Bauer mit seinem Traktor stand. Er brachte seinen Ziegen am Berghang Wasser. 

Da schrie eine kleine Ziege recht jämmerlich, und er sagte auf seine raubeinige Art: „Nach nicht so’n Krach! Ich weiß schon, du kriegst was Besonderes. Ja, ja, Deine Flasche Bier habe ich dabei.“

Lachend  zog er ein Fläschchen mit Milch hervor, ging zu dem schreienden Tier, das seine Mutter verloren hatte, und gab ihm seine Babynahrung 


Mittwoch, 17. Juni 2026

Zur Abitur- Entlassfeier ein Blick in die Schulgeschichte

 

 


Am Korbacher Gymnasium Alte Landesschule gibt es eine schöne Tradition. Zur Entlassfeier der Abiturienten werden auch Ehemalige geladen, die ein Abiturjubiläum feiern, zum Beispiel 

ihr Abitur vor 40, 50 oder 60 Jahren. 

Da das Korbacher Gymnasium Ende des 16. Jahrhunderts gegründet wurde und in dem Gebäude eines Klosters untergebracht war, lohnt sich ein Blick tief in die Geschichte der Schule. Wir verdanken Dr. Bernd Kröpelin, dem ehemaligen Schüler und Lateinlehrer an der Alten Landesschule das Verständnis für eine besondere Gerichtsurkunde (Urfehdebrief), die sich im Stadtarchiv befindet.


Der Schüler Bernstorff bekennt darin, dass er den Rektor der Schule mit einer Schmähschrift beleidigte, eine Schülerrevolte anzettelte und das Schulgefängnis mit einer Axt aufschlug, um seine Kameraden zu befreien. Das war im Jahr 1589. 

Die Urkunde von damals ist auf Pergament handgeschrieben und für den heutigen Leser kaum zu entziffern.

Dr. Kröpelin hat den Urkundentext wortgetreu wiedergegeben und mit Anmerkungen versehen.

Man findet den Text in einer Sammlung von Urfehdebriefen, die das Korbacher Stadtarchiv im Jahr 1989 herausgegeben

 hat.

daraus zitiere ich weiter unten. 


Zuvor noch eine Bemerkung zu der vorliegenden Veröffentlichung der Urkunden. Heute verfügen wir über erstaunlich leistungsstarke Transkriptions-  und Übersetzungsinstrumente in Form der künstlichen Intelligenz. Jeder kann die Urfehdebriefe scannen und durch KI Programme gut lesbar machen. Allerdings benötigt man erstklassige Scans als Vorlage. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn das Stadtarchiv die Urfehdebriefe  in Form eines schönen Buches und in guter Druckqualität herausgeben würde. 

Nun das Zitat:

  • Fridericus Bernsdorff von Schwerdtstadt in Döring
    (Thüringen).
  • Bernsdorff hat unter seinen Mitschülern am Gymnasium in Corbach eine Verschwörung angestiftet und eine Schmähschrift gegen den Rektor verfaßt. Außerdem beschädigte er die Pforte des Klosters und versuchte, die im Karzer inhaftierten Schüler zu befreien.
  • Siegler: Melchior Lycaula, Notarius publicus. Bürger und
    verordneter Scholarch der Schule zu Corbach -
    (Aufgedrücktes Papiersiegel)•


F. B. bekennt, "obwohl ich mich anhero gen Corbach begeben, Gemüts und Meinunge, gute freie Künste und Sitten zu stu-dieren, zu lernen und zu prosequiren (= verfolgen), zu welchem Behuf ich dem Herrn Rectori Magistro Regenero Langio, mich, wie einem gehorsamen, frommen und redlichen Studenten

eignet und gebühret zu verhalten, angelool, so nab ich doch leider den Satan und mein sundhaftiges Fleisch so weit verführen lassen, daß ich itztberürter (= obengenannt) meiner Angelöbnis zuwider, neben andern meinen Condiscipuln (= Mitschüler), eine Conspiration und conjuration (= Ver-schwörung) angestiftet und geführet, und ein Famoßschrift (= Schmähschrift) an den Herrn Rectorem ausgehen lassen, und dann vors ander die Pforten am Closter, als einem ge-freieten Hause, mit einer Axt mit Gewalt aufzuschlagen un-terstanden, auch das Schloß vorm Carcere Scholastico (Schul-Karzer) in bemelten gefreieten Hause vi (= unrecht-mäßig) und de facto (= eigenmächtig) entzwei geschlagen, und die darin gefänglich gehaltenen studiosos (= Studenten) herauslangen wollen, welcher Gewaltthaten halber, und daß ich mich auch vor ein membrum scholae (= Mitglied der Schule) nicht erkennen und coercitioni rectoris (= Strafe des Rektors) untergeben wollen, ich in der ersamen vorsichtig und wohlweisen Herrn Bürgermeister und Rats der Städte Corbach Haft und Gefängnis kommen und etliche Tage darin enthalten worden.

Wie wohl ich nun mit vorgedachter meiner Mißhandelunge ver-schuldet, daß ein ehrbar Rat vorgedachter Städte, mich vor Peinlich Halßgericht gestellt, und die Schärfe des Rechtens gegen mich gebraucht hätte, welches mir besorglich zu schwer gefallen wäre, so haben doch ihre ehr. w. solche Schärfe günstiglich remittiren (= erlassen), und meine Übertretung mit einer ansehnlichen Summe Geldes gebüßet sehen wollen.

Als ich aber dieselbe auch Armut halber nicht erlegen können, haben Ihre Ehrb. W. mich sowohl deroselben als auch des peinlichen Rechtsstandes auf mein unterdienstlichs. durch Gott emsigs Bitten, auch anderer und sonderlich der Schule Intercession und Vorbitt, sofern erlassen, daß ich

dero, von mir und andern meinen Commilitonen (= Studienge-nossen) wider den Herrn rectorem M. Langium gepflogener conjuration und divulgirter (= verbreiteter) Famoßschrift wegen, in Namen dero wolgebornen Herrn aller Grafen zu Waldeck meiner gnädigen Herrn, und dann der Städte Corbach, die Grafschaft Waldeck und Städte Corbach verloben und verschworen sollen, wie ich dann demnach einen leiblichen Eid getan und geschworen, die Tage meines Lebens in die Grafschaft Waldeck und Städte Corbach nicht zu kommen..."


Im Zusammenhang mit dieser Urfehde heißt es in Wolgang Med-dings Stadtgeschichte (S. 172) :

"Disziplinargesetze für Schüler und Lehrer wurden bereits 1578 von Dr. Copius in einer Schulordnung gegeben. Danach stand es dem Rektor zu, für leichtere Vergehen mit dem Stock zu strafen. Die Lehrer durften hierfür nur die Rute gebrauchen, doch wurde gegen die Schüler der oberen Klassen meist auf Geldstraße erkannt. Kapitalverbrechen zu bestrafen stand jedoch nur dem Bürgermeister und Rat zu. Als der zweite Rektor des Gymnasiums, Lange, 1589 neue Schulgesetze einführte, kam es zu lebhaften Tumulten der Schüler, die Versammlungen abhielten, nach Freiheit schrien und den neu eingeführten Karzer erbrachen. Mit Hilfe der Scholarchen wurde der Vorfall beigelegt, die Haupträdelsführer jedoch von der Schule verwiesen. Andere verließen freiwillig die Schule..“







Dienstag, 26. Mai 2026

Schreibmesser im Naumburger Dom


Auf meiner dreitägigen Fahrradtour an der Saale stand ich endlich im Naumburger Dom (Weltkulturerbe). Während einer guten Führung, die ein amerikanischer Nachwuchswissenschaftler mit sehr guten Deutschkenntnissen machte,  fiel mein Blick auf ein Holzrelief an der Kanzel. (Leider konnte der Führer dazu keine erschöpfende Auskunft geben.)

Das Bild zeigt den Kirchenvater Augustinus beim Schreiben eines Buches. In der linken Hand hält er sein Schreibmesser, das im Mittelalter beim Schreiben auf Pergament für zwei Dinge nützlich war: erstens, man musste damit die Gänsefeder anspitzen, und zweitens, man konnte damit auf Pergament schaben. So wurde im Text korrigiert. Da die Kirche die absolute Lehrautorität hatte, wurde gewiss auch zensiert. Pergament war teuer und man benutzte es, so lange es ging.

In unseren Tagen bekommen wir über die Medien einen großen Wurf von Papst  Leo XIV. zur Lehrmeinung der Kirche über die umstürzende Künstliche Intelligenz vermittelt. („Magnifica Humanitas“ („Großartige Menschheit“).

„Entwaffnung der KI“: Der Papst fordert, KI von einer Logik der „Herrschaft, Ausgrenzung und des Todes“ zu befreien.

Das Gegenteil von einem großen Wurf findet in den USA statt, wo aus Kreisen der Republikaner und der Evangelikalen ganze Bibliotheken, vor allem in Schulen, gesäubert beziehungsweise zensiert werden. Leider brauchen sie keine Schreibmesser mehr zum Wegschaben unliebsamen Gedankenguts, z.B. die Evolutionstheorie von Darwin. 

Freitag, 8. Mai 2026

Etwas für die Augen

 


Heute war ich in der Augenklinik Uni-Bonn.

An der Bonner Uniklinik gibt es das Projekt Kunst und Kultur im Krankenhaus. 
Nach meiner Behandlung bei Professor Holz in der Augenklinik erlebte ich die wahre Bedeutung des Begriffs „Augenweide“. Unmittelbar nach dem Laser-Einsatz konnte ich plötzlich wieder auch Kleingedrucktes lesen.
Mein glücklicher Blick fiel auf eine Reihe von Gemälden vor den Sprechzimmern im Wartebereich. 
Abstrakte Malerei, sehr schön, reich im Spiel von Formen, Kontrasten, Übergängen, Farbkomposition, Hintergrund und Vordergrund, Gestaltung, Gewichtung der Farben, und ihre Abtönung, Anregung zur Assoziation, weiche Farben, grelle Farben, Abstufungen, Leichtigkeit in der Anmutung, Gefühl von Dynamik in den Kompositionen.
Kein Wunder, dass nach Wiederherstellung der Sehfähigkeit meine Gedanken stürmten. Da ist die Physik des Sehens durch Linse und über die Netzhaut und da ist das Wunder der Imagination von Bildern mit Bedeutung und das Spiel von Formen und Farben. 
Die ausgestellten Bilder sind von der Künstlerin Johanna Hess. 
Ich bin dankbar und werde das Sehen mit neuem Bewusstsein genießen.

Dienstag, 21. April 2026

Jetzt geht es an die Brücken

 

  (Foto privat, Eisenbahnbrücke Urmitz)

                   


Brücken verbinden. In der Menschheitsgeschichte sind sie Ausweise der Zivilisation. Wer sie zerstört, ist ein Barbar.

Das ging mir durch den Kopf, als ich mit dem Fahrrad von Bonn nach Koblenz unterwegs war. Vorbei an der Brückenruine von Remagen ging die Fahrt nach Neuwied. Dort geht eine wunderschöne Straßenbrücke über den Rhein - eine sechsspurige Tragseilkonstruktion (Pylonbrücke), eröffnet 1977. Mit guten Fußgänger-/Fahrradwegen an den Seiten. Zur Erinnerung an den Gründer der Genossenschaftsbewegung trägt sie den Namen Raiffeisen.

Auf der linken Rheinseite bin ich weiter geradelt in Richtung Koblenz. In Urmitz kam die nächste Brücke in Sicht, eine Eisenbahnbrücke aus der Kaiserzeit. Die Pfeiler erinnern an die im zweiten Weltkrieg zerstörte Brückenruine von Remagen. Diese Erinnerung wundert nicht, denn beide Brücken sind in der Kaiserzeit während des Ersten Weltkriegs erbaut worden.

Samstag, 11. April 2026

Bombennacht im Interview der FAZ mit Regisseur Tragelehn

 


Die FAZ hat heute ein Interview mit dem Theaterregisseur B.K. Tragelehn veröffentlicht. Darin findet sich sein Erlebnis der Bombennacht von Dresden 1945.  Das Grauenvolle dieser Nacht - ein monumentales Kriegsverbrechen - scheint kein Ende zu nehmen, weil in unseren Tagen ähnliche Erlebnisse der Menschen  in Gaza, im Libanon, im Iran und seltener in Israel zu berichten sind.

 „Wenn der Bombenalarm kam, musste man fünf Treppen runter in den Keller, das war ich gewohnt: Wie man aus dem ersten Schlaf gerissen wurde, runter musste, dann rumsaß, döste, mitunter herrschte da durchaus eine muntere Stimmung. Auch an diesem Tag ging das so los, wir saßen unten im Keller, scherzten, aber auf einmal hörte man Flugzeuge – und zwar viele. Dann kamen die ersten Einschläge, die Bomben fielen zuerst in der Stadtmitte und kamen dann immer näher, bis sie zu unserem Häuserviertel kamen. In unserer Straße gab es zwei Volltreffer, um die Ecke, wo der Milchladen war, und eine direkt hinter unserem Haus, da schwankten die Wände, aber uns ist wie durch ein Wunder nichts passiert. Also sind wir raus, haben eine Weile im Sandkasten mitten auf dem Dürerplatz gesessen, ringsherum brannte alles. Wir sind dann die Straße hoch, wollten eigentlich zum Haus einer Tante, sind aber nicht weit gekommen, denn da kam schon der zweite Beschuss. Alle Keller waren überfüllt, aber irgendwo kamen wir knapp unter. Ich erinnere mich noch, wie wir später aus dem Keller rauswollten, aber die Tür schwer aufzukriegen war – nicht weil sie zugeschlossen gewesen wäre, sondern weil von draußen ein ungeheurer Feuersturm so auf die Tür drückte, dass sich mehrere Männer gegen die Tür stemmen mussten. Das Haus meiner Tante war völlig in den Boden gebombt, nichts war mehr übrig. Also sind wir in einer Turnhalle hinter einer brennenden Schule untergekommen, da haben wir bis zum Morgen gesessen und unsere Heimatstadt im Flammenmeer untergehen gesehen.“

In Deutschland ist das kollektive Gedächtnis noch vorhanden. Man weiß noch, wie die  Vernichtung einer Zivilisation geht und wie sich das Leben in den Bombardements der Hölle anfühlt. (Foto privat, Lichtkunst im öffentlichen Raum, Ausstellung in Regensburg)




Donnerstag, 9. April 2026

Frieden Made in USA

Als gestern die Nachricht kam, dass die USA und Israel mit dem Iran ein Waffenstillstandsabkommen ausgehandelt hätten und die Waffen 14 Tage  schweigen würden,machte ich einen Besuch in Köln.

Am Neumarkt sah ich in der romanischen Kirche Sankt Aposteln ein von den Gläubigen aufgestelltes Kreuz mit internationaler Beschriftung: Frieden. Ich ging weiter zum Dom. Die Mittagstlocke schlug 12:00 Uhr, und im Dom begann der tägliche Gebetsgottesdienst für den Frieden in der Welt. Ich hörte eine eindrucksvolle Predigt, die sich auf überzeugende Weise sowohl an die Gläubigen als auch an alle Besucher des Doms und an die Zuhörer und Zuschauer an den Medien richtete.


Am Kiosk nahe beim Dom sah ich dieses historische Foto:

Und ich erinnerte mich an Erzähltes und verglich immer wieder die Bilder aus dem Nahen Osten.

Dienstag, 10. Februar 2026

Karneval bei uns

 In unserem Veedel sehe ich am Giebel eines Wohnhauses dieses schöneTransparent:



Dazu passt der Karnevalschlager: „Wenn dat Trömmelche jeht, dann stonn we all parat…“

https://m.youtube.com/watch?v=AMnlpZtEEpY&list=RDAMnlpZtEEpY&start_radio=1&pp=oAcB

Freitag, 26. Dezember 2025

Der Pulverkopp weiß es





Der Korbacher Nachtwächter weiß etwas:


Der Nachtwächter in der nordhessischen Stadt Korbach kennt offenbar meinen Roman „Der Pulverkopp“ bei Amazon und Thalia.


Inhalt:
„Aus der Fußgängerzone einer nordhessischen Kleinstadt wird die große Bronzestatue eines historischen Nachtwächters gestohlen. Ein Schrotthändler vom Balkan wird tot aufgefunden. Die Polizei ermittelt wegen Mordes und gegen Tatverdächtige des organisierten...“

Samstag, 13. Dezember 2025

Wim Wenders über Amerika

 

Foto: Sauerkraut Factory, Wim Wenders

Gestern war ich in der Bundeskunsthalle in Bonn. Ich besuchte  die Ausstellung über den Fotografen und Filmemacher Wim Wenders.

Mir fiel der folgende Text vonWenders auf, der seine Abkehr von Amerika beschreibt:

Schon früh wurde Wim Wenders von Amerika

beeinflusst. Er mochte Musik, Western und Krimis aus den USA. Das Land stand für Freiheit und große Träume.(…) Dort erlebt er, dass Hollywood eine Filmindustrie ist. Das gefällt ihm nicht. (…)

Wenders merkt, dass der amerikanische Traum erfunden und künstlich ist. Vielen geht es nur um sich selbst und ums Geld.

Wim Wenders' Filme ändern sich. Sie zweifeln an den USA. In DAS ENDE DER GEWALT und in LAND OF PLENTY geht es um Überwachung und Krieg. Das Verhältnis zu Amerika ist schwieriger geworden.



(Die beiden Fotos und den Text habe ich in der Bundeskunsthalle Bonn kopiert und übernommen.)


Freitag, 12. Dezember 2025

BSV Roleber spielt 2:0

 


2:0 für BSV Roleber am zweiten Advent.

BSV Roleber hat Sonntag den Listenbesten (Bornheim) mit 2:0 besiegt.

Ich stand im Nieselregen hinter dem Tor. 



Samstag, 6. Dezember 2025

Weihnachtsmarkt an der Holzlarer Mühle.


Weihnachtsmarkt an der Holzlarer Mühle.

Heute, am 6. Dezember 2025, ist Nikolaustag, und gegen Mittag hat der Weihnachtsmarkt im Bonner Stadtteil Holzlar seine Pforten geöffnet. Ein schön gemaltes Plakat sagt fast mehr als alle Worte. Gestern war Vollmond, heute kommt der Nikolaus und beglückt die Kinder in der Nähe der historischen Mühle von Holzlar. 

Ein kleiner Weg führt von der Hauptstraße vorbei an Verkaufsständen. die von Bürgern und lokalen Vereinen aufgestellt wurden. Man hat den Eindruck: hier ist alles echt. Es gibt viel selbst Gebasteltes, Gehäkeltes und Gestricktes sowie Selbstgebranntes. Den zertifizierten Bio-Honig nicht zu vergessen.  Rheinischer Kesselkuchen, Punsch, Tee, Kaffee, Waffeln, Würstchen vom Grill und schmackhafte  Suppen. Da ist für jeden etwas dabei.

Ich trinke am Stand des Bürgervereins Roleber Gielgen eine Tasse Kaffee und höre, wie zwei Nachbarn sich über das Wohlbefinden ihrer Schildkröten austauschen. Sie sind jetzt in der Winterstarre, lagern im Kühlen, eine sogar in einem speziell hergerichteten Kühlschrank, bis sie im Frühjahr wieder im Garten herumkriechen werden. Wir dagegen haben keine Winterstarre, sondern Adventszeit.

Ich freue mich über den Stand von Amnesty International. Ich spreche auch mit einer Kinderbuchautorin und erwerbe zwei ihrer schön illustrierten Bücher.

Die Gespräche und das rege Besuchertreiben werden unterbrochen von stimmungsvollen Einlagen: ein Posaunenchor spielt Weihnachtslieder, ein Kinderchor singt, und schließlich kommt der Nikolaus  und verteilt Geschenke an die Kinder.

Mein Fazit: Hier stimmt alles, hier ist alles echt. So erfreuen wir in uns in der schönen Adventszeit in unserem Stadtteil Holzlar

Für alle, die alles  genau wissen wollen, empfehle ich die Hinweistafel der Organisatoren:



Montag, 24. November 2025

Konzert in Evang. Kirche Oberkassel

 


Ein sehr schönes Konzert erlebte ich gestern in der Evangelischen Kirche in Oberkassel. Es erklang. Die Kantate „Wacht auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach und das Requiem Opus 48 von Gabriel Fauré. Die Sopranistin war Sonja Wehmeier aus Bonn.  Etwa 45 Sänger der Kantorei der evangelischen Kirche standen auf der Bühne. Gerade am am Samstag hatte ich zufällig zwei Sänger getroffen und erfahren, dass sie an diesem Tag 4 Stunden lang geprobt hatten. Das Konzert stand unter der Leitung von Stephanie Ingenhaag. Neben der Sopranistin waren zwei weitere professionelle Solisten Mitwirkende: Joachim Streckfuß, Tenor und Richard Stojanović, Bariton. Es spielte das Projektorchester.