Freitag, 10. Oktober 2025

Rückkehr des Friedens

 

"Die Rückkehr des Friedens", ein allegorisches Barockgemälde aus dem 17. Jahrhundert von Rubens-Schüler Theodoor van Thulden, ist vorübergehend in Trier zu sehen. Ich war gestern dort im Landesmuseum, in der Ausstellung zu dem römischen Kaiser Marc Aurel. Das Bild soll in der Ausstellung verdeutlichen, wie stark Marc Aurels Lehre vom guten Herrschen über die Zeiten wirkte.Diese Lehre gilt bis heute zur Rechtfertigung autokratischer Macht. Der Politiker als Feldherr und Friedensbringer zugleich oder der Gewaltherrscher als Wohltäter des Staates und als Friedensfürst. 

Das Bild zeigt, wie sich die Gerechtigkeit (mit dem Schwert) und der Frieden (mit dem Füllhorn des guten und reichen Lebens) vereinigen, während Engel die Waffen vernichten.

Die Ausstellung dürfte eine wahre Inspiration für alle zukünftigen Friedensnobelpreisträger sein. Selbst Touristen aus den USA sollte sie gefallen, wenn nicht das Gemälde des Holländers, dann aber gewiss die Kaiserstatue von Marc Aurel, zu dessenHerrschaftsgebiet sogar die heute russisch besetzte Krim gehörte.

 

Sonntag, 5. Oktober 2025

Ein Aus für Laubbläser


 
(Foto KI erzeugt)

Aus der Schweiz kam dieser Tage die Nachricht, dass das Volk der Stadt Zürich in einer Abstimmung beschlossen hat, Laubbläser mit Verbrenner-Motor ab sofort zu verbieten.

Vor drei Jahren enthielt mein Herbst-Gedicht bereits eine Vorahnung. Deshalb soll es hier auszugsweise noch einmal erscheinen. Vielleicht kann es den ein oder anderen Leser erfreuen.


Das Herbstlaub fällt von hohen Bäumen

am Stadtrand wo der Spielplatz ruft;

mit Sand und Grün und sanften Hügeln.

Da kommt das Team vom Bauhof an:

Zwei Männer schwingen lange Rohre,

wie Flammenwerfer, doch es sind nur Bläser.

Statt Wanderrucksack knattern laut Motoren.

Die Männer hören nichts, dank Schutz der Ohren.

Nicht saugen, blasen müssen sie. Sie pusten alles weg.

Das bunte Laub, es tanzen fahle Blätter,

die gerne Dünger würden sein.

Aufgewirbelt, weggeblasen ist das Mikroleben

mit Viren, Wurm und heimischen Bakterien.

Staubgewirbel, Abgaswolken, du musst niesen.

/

Vergiss es, denn ein Mann hat Spaß.

Mit seinem Traktor – rasenmähergleich

düst er über die sanften Hügel.

Das ist der Sauger, der das Laub verschluckt.

Übrig bleibt, maschinenrein, der Spielplatzsand

und in der Fläche grünes Gras.


Donnerstag, 25. September 2025

Affenschaukel





Als ich gestern mit meinem Fahrrad in Bad Honnef einen kurzen Halt machte, um mich an einem Fassadengemälde zu erfreuen, das einen lustigen Affen auf einer Seilschaukel zeigt, brummt mein Smartphone. Ein Freund postet. Bericht von „Der Postillon“ über die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York:

„Verwirrter alter Mann stürmt UN-Podium und pöbelt eine Stunde lang herum (…)
So bezeichnete er den Klimawandel als "den größten Betrug aller Zeiten" und behauptete, "Klimaschützer wollten alle Kühe töten". Dann wieder prahlte er, er habe im Alleingang sieben Kriege beendet und erfreue sich größter Beliebtheit.“

Zum Glück zeigt das Fassadengemälde auch eine Eule, das Symbol für Vernunft und Wissen. Sie sitzt über dem Affen und lässt sich nicht verschaukeln.



Samstag, 6. September 2025

Ein Künstler in der Welt - Un artista en el mundo

Berlin, Prenzlauer Berg, und da steht der argentinische Künstler in seiner Galerie. Er ist um die ganze Welt gereist, hat in Trier Grafikdesign studiert und ist zu Recht stolz auf seine Bilder.  Sie sind farbenfroh, teils etwas kantig, was darauf hinweist, dass er der bekannten Moderne folgt. Mit Humor weist er über das Bekannte hinaus.



Donnerstag, 28. August 2025

Ein bisschen Ästhetik für die Deutsche Bahn

Es gibt Vieles bei der Deutschen Bahn, was besser gemacht werden muss. Deshalb hat es auf höchster Ebene einen Personalwechsel gegeben. Aber wird man in Zukunft auch den kleinen Aspekt der Ästhetik in den Zügen in den Blick bekommen?

Auf meiner jüngsten Fahrt mit der Hessenbahn fiel mir auf, dass die Abfallbehälter offenbar zum Zweck der leichten Entsorgung mit auffälligen Plastiktüten versehen waren.

Auf welcher Führungsebene der deutschen Bahn gibt es Menschen, denen es vor dieser Art von Ästhetik nicht graut? Das Design der Regionalexpress-Züge ist eigentlich ganz schön, man würde zufrieden und komfortabel reisen, wenn es die üblichen Handikaps wie Verspätungen und so weiter nicht gäbe.


Aber wo auf der Welt gibt es moderne, schöne Züge mit einer derartigen Verunstaltung der Abfallbehälter?