Donnerstag, 4. Juli 2024

Zum Drudenborn





Mit dem Fahrrad nach Hennef an der Sieg. Da kommen etwa  30 Senioren angeradelt. Sie machen eine vom Bonner ADFC geführte Tour ins Hanfbachtal.


„Fahr doch mit!“

Das lasse ich mir nicht zweimal sagen, denn das Ziel klingt vielversprechend. Es geht zur 18 Kilometer entfernten Quelle des  Hanfbaches, zum Drudenborn.


Drudenborn? - Born, Quelle,Brunnen. Aber Druden? In der Volkskunde weiß man Bescheid. Es sind Geister aus germanischer Zeit, Frauengestalten, die Albträume und unruhigen Schlaf, sogar Depressionen verursachen. 


An der kleinen Quelle angekommen - immerhin fördert sie 14 Liter Wasser pro Minute-, freuen wir uns über eine kleine Rast am sauber eingefassten plätschernden Quell unter zwei hundertjährigen Eichen. Wir lesen, dass dem Wasser im Mittelalter heilende Kräfte zugesprochen wurden. Wer es trinkt, kann die Druden mit ihrem  Drücken im Kopf und auf den Leib vertreiben.


“Der ADFC hat‘s“, denke ich, „radeln und die Druden vertreiben.“


Oder wird die radelnde Seniorengruppe, darunter gewiss auch ein paar Alt-Achtundsechziger, von der Magie des Ortsnamen „Hanf“ inspiriert?


Das amtliche Ortsschild ist ungewöhnlich; statt des Ortsnamens lesen wir: „Geschlossene Ortslage Ersatz-Ortstafel, Rhein-Sieg-Kreis“.


„Was ist denn hier los? Wird hier in geschlossener Gesellschaft gekifft?“ -

„Nein, die Schilder werden wegen des schönen Namens ˋHanf´ immer geklaut.“ 

Zudem hat der Name nichts mit Hanfanbau zu tun, sondern ist abgeleitet von einem germanischen Wort mit der Bedeutung „Tosender Fluß“.


In Kircheib, Westerwald, Rheinland Pfalz, geht es ins Bierhäusel, wo wir uns stärken. Lecker das Bier! Und das Tagesgericht mit Bratwurst, Rotkohl und Salzkartoffeln! Danach haben die Druden keine Chance mehr.




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